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Montag 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Die Olympia-Protokolle: Das Attentat in München 1972 Folge 1: Die heiteren Spiele Folge 2: Die Geiselnahme Das Kalenderblatt 8.8.1884 Der Papierfilm wird patentiert Von Hellmuth Nordwig . Die Olympia-Protokolle: Das Attentat in München 1972 Folge 1: Die heiteren Spiele Folge 2: Die Geiselnahme Autorinnen: Eva Deinert, Yvonne Maier / Regie: Die Wettkämpfe 1972 laufen unter dem Motto "die heiteren Spiele". Und zunächst geht das Konzept auch auf. Doch die Ermittlungsakten zeigen: Schon seit Monaten hielt sich einer der Drahtzieher des Attentats in Deutschland auf und bereitete einen Anschlag vor. Am 5. September, kurz nach 4 Uhr morgens, kletterten acht Terroristen über das Tor ins olympische Männerdorf und nahmen Sportler des israelischen Teams als Geiseln. Wie die Polizei versuchte, sich ein Bild von der Lage zu verschaffen und welche Fehler dabei passierten, das steht in den Polizeiakten. So ging die Polizei beispielsweise viel zu lange von nur fünf Geiselnehmern aus, was verheerende Folgen hatte. Eine deutsche Delegation verhandelte den ganzen Tag mit den Geiselnehmern, gleichzeitig bereitete die Polizei die Befreiung der Geiseln vor. Doch alle Pläne scheiterten katastrophal. Auf dem Militärflughafen in Fürstenfeldbruck kamen alle Geiseln ums Leben. Bald nach dem Attentat ermittelte die Polizei einen der Drahtzieher und stieß dabei auf eine weitere Spur: Der Terrorist stand in Kontakt zu einem Münchner Lehrer, dessen palästinensischer Ehefrau und deren Schwester. Letztere wurde kurz darauf an der deutsch-französischen Grenze aufgehalten. Die Polizei befragte die Palästinenserin und ihre Münchner Verwandten, alle drei widersprachen sich in den Zeugenvernehmungen - doch das fiel anscheinend niemandem auf. Die Spur wurde fallen gelassen. Erst die Biographie des Terroristen, erschienen 1999, lieferte Hinweise darauf, welche Rolle die Unbekannte aus den Akten offenbar doch gespielt haben könnte. Diesen Faden haben die Autorinnen Eva Deinert und Yvonne Maier aufgegriffen und mit den tatsächlichen Ermittlungen laut Aktenlage abgeglichen. Moderation: Yvonne Maier Redaktion: Susanne Poelchau, Andrea Bräu

Montag 10:04 Uhr WDR5

Neugier genügt

Mit Julia Schöning Feature: Wie die Familie uns prägt; Redezeit mit Steven Derix (Selenskyj-Biograph) zum Thema Komiker und Kriegspräsident; Gedicht: Sehnsucht von Gustav Falke zur vollen Stunde WDR aktuell

Montag 15:05 Uhr SWR2

SWR2 Leben

Die Sound-Archäologen - Unbekanntes aus Nordafrika Von Vanessa Wohlrath Jannis Stürtz reist regelmäßig nach Nordafrika und in den Nahen Osten. Dort stöbert er auf Flohmärkten und in Tonstudios nach Musik-Kassetten und Tonbändern mit alten Aufnahmen von meist völlig unbekannten Musikerinnen und Musikern. Die besten Funde veröffentlicht er in seinem Berliner Label "Habibi Funk". Wer Ethno-Trommeln erwartet, liegt falsch. Stattdessen findet man französische Chansons auf Arabisch, funkige Grooves und jede Menge skurrile Geschichten. Was erlebt Jannis Stürtz auf seinen Reisen? Und warum ist 50 Jahre alte Musik aus Marokko oder dem Oman so faszinierend? (Musikfeature aus der Reihe Das Thema Pop, SWR 2022)

Montag 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Die Weiße Rose in Hamburg Der Fall Hans Leipelt Der Strafrichter Roland Freisler Im Dienst des NS-Staates Das Kalenderblatt 8.8.1884 Der Papierfilm wird patentiert Von Hellmuth Nordwig . Die Weiße Rose in Hamburg - der Fall Hans Leipelt Autorin: Renate Eichmeier / Regie: Sabine Kienhöfer "Und ihr Geist lebt trotzdem weiter!" Diesen Titel setzten Hans Leipelt und seine Freundin Marie-Luise Jahn auf das regimekritische Flugblatt der Widerstandsgruppe Weiße Rose, dessen Verteilung Hans und Sophie Scholl im Februar 1943 mit ihrem Leben bezahlten. Zufällig war es in die Hände des jungen Liebespaares gelangt, das gemeinsam in München Chemie studierte. Sie beschlossen, den Widerstand der Hingerichteten fortzuführen, brachten das Flugblatt nach Hamburg und verbreiteten es mithilfe der Familie und Freunde von Hans Leipelt. Diese waren Teil eines losen Netzwerkes von Freundes- und Familienkreisen, die das NS Regime ablehnten, ausländische Sender hörten, sich zu Diskussionsrunden trafen, Flugblätter verteilten. Nachdem Kurt Huber von der Weißen Rose in München hingerichtet worden war, sammelten Hans Leipelt und Marie-Luise Jahn Geld für dessen mittellose Familie. Sie wurden denunziert. Marie Luise Jahn wurde zu zwölf Jahren Zuchthaus verurteilt, Hans Leipelt Anfang 1945 in München hingerichtet. Insgesamt wurden aus dem Hamburger Netzwerk mehr als dreißig Menschen verhaftet. Nur ein Teil von ihnen überlebte den NS-Terror. Der Strafrichter Roland Freisler- im Dienst des NS-Staates Autorin: Sabine Sraßer / Regie: Sabine Kienhöfer Er hat Sophie und Hans Scholl zum Tode verurteilt, die Verschwörer des Attentats vom 20. Juli 1944 - und tausende weitere Menschen: Roland Freisler, deutscher Jurist und von 1943 bis 1945 Präsident des deutschen Volksgerichtshofes. Er schickte nicht nur Widerständler zum Schafott, sondern auch unzählige kleine Leute, wie die 40-jährige Emma Hölterhoff, Mutter von vier Kindern, die einmal zu Soldaten gesagt haben sollte: "Schmeißt an der Front das Gewehr weg und stellt euch tot." Freisler brüllte Angeklagte wie sie im Gerichtssaal hemmungslos nieder, bevor er so gut wie immer das Todesurteil über sie aussprach. Der Nürnberger Militärgerichtshof nannte ihn posthum "den düstersten, brutalsten und blutigsten Richter der gesamten deutschen Justizverwaltung." Roland Freisler selbst hätte dieses Urteil womöglich noch mit Stolz erfüllt, denn er galt selbst unter Nationalsozialisten als unberechenbarer Fanatiker und bizarrer Eiferer. Historiker und Menschen, die Freisler noch leibhaftig erlebt haben, sind sich aber einig: Freisler war keineswegs verrückt. Er war ein Produkt seiner Zeit und der Gesellschaft, die ihn umgab. Erstsendung 18.02.2013 Moderation: Thies Marsen Redaktion: Thomas Morawetz

Montag 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

"Ich bin am Ende meiner Kraft" Tierärzte am Limit Von Sibylle Kölmel Katzen impfen, Bauchschmerzen beim Hund lindern, Welpen auf die Welt holen: Das ist nur eine Seite des Tierarzt-Berufes, den inzwischen überwiegend Frauen ausüben und dessen Image häufig immer noch von klischeehaften Roman- und Filmfiguren geprägt ist. Die Realität sieht etwas anders aus. Hoher Leistungsdruck, schlechte Bezahlung, lange Arbeitszeiten, ein oftmals schwieriger Umgang mit den Tierbesitzern und immer wieder eine Konfrontation mit dem Thema Tod führen dazu, dass ein Großteil der Ärztinnen und Ärzte heute von einer massiven Überbelastung spricht. Für viele von ihnen besteht dadurch nicht nur ein erhöhtes Risiko, an Depressionen oder Burnout zu erkranken. Dem Deutschen Tierschutzbund zufolge begehen Tierärztinnen und Tierärzte weltweit auch überdurchschnittlich häufig Suizid.

Sonntag Dienstag